31/10/2026 0 Kommentare
"Schwerter zu Pflugscharen"? Zum Monatsspruch
"Schwerter zu Pflugscharen"? Zum Monatsspruch
# Monatsspruch

"Schwerter zu Pflugscharen"? Zum Monatsspruch
Der HERR wird Recht schaffen zwischen den Nationen und viele Völker zurechtweisen.
Dann werden sie ihre Schwerter zu Pflugscharen umschmieden und ihre Lanzen zu Winzermessern. Sie erheben nicht das Schwert, Nation gegen Nation, und sie erlernen nicht mehr den Krieg. Jesaja 2,4
Liebe Gemeinde,
vor vielen Jahrhunderten schreibt Jesaja diesen Vers auf, jetzt ist er ausgewählt als Monatsspruch für den November. Viel verändert hat sich über die Jahrhunderte offenkundig nicht. Es bleibt ein drängender Wunsch, dass sich diese Prophetie einer umfassenden Umkehr zum Frieden erfüllt. Aber sie hat sich nicht erfüllt.
Ein geflügeltes Wort, das oft Albert Einstein zugeschrieben wird (aber wohl nicht von ihm stammt) lautet so: „Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten“. Müssen wir also einsehen, dass wir uns nicht dem Glauben, sondern einer Form des Wahnsinns widmen, wenn wir die Nachrichten sehen und trotzdem an der Frohen Botschaft und an so einer Friedenszusage festhalten? Dass die Friedensgebete und die Hoffnung auf einen Gott, der die Völker zurechtweise, allenfalls als Bewältigungsstrategien zum Aushalten dienen? Sind das nicht nur fromme Wünsche, jenseits einer kriegsgebeutelten Realität?
Wer diese Skepsis teilt, sollte sich einen Moment Zeit nehmen und Folgendes bewusst machen: Der Prophet Jesaja hat zu seiner Zeit erleben müssen, was Krieg bedeutet. Und dann hat er diesen Vers aufgeschrieben. Und dieser Vers hat über die Jahrhunderte hinweg bis heute Menschen mit eigener Kriegserfahrung Kraft gegeben. Nicht als „Bewältigungsstrategie“, um grausamen Realitäten auszuweichen. Sondern als Kampfansage. Dieser Vers ist eine Kampfansage Gottes selbst gegen menschengemachte Gewalt und Zerstörung. Nicht Weltflucht also, sondern Auseinandersetzung mit der Welt.
Lassen Sie uns diesen Vers hochhalten in diesen Tagen, hochhalten als Mahnung und Warnung an die Mächtigen dieser Welt: Eure Tage sind gezählt, durch einen, der mächtiger ist als ihr.
Herzlich grüßt
Ihre Pfarrerin Dr. Rebekka Luther
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