06/06/2026 0 Kommentare
Ökumenisches Klimagebet (online)
Ökumenisches Klimagebet (online)

Die Ökumenische Initiative Lichterfelde-West lädt zum nächsten Klimagebet ein.
Der Zugang zum Online – Klimagebet ist weiterhin über den folgenden Link möglich:
https://zoom.us/j/92055458883?...
Hier die Einladung von Michael Börgers:
Papst Leo beschäftigt sich in seiner ersten Enzyklika „Magnifica Humanitas“ (nicht ausschließlich, aber schwerpunktmäßig) mit Fragen der KI und entwickelt dazu, ausgehend von den Grundsätzen der katholischen Soziallehre, eine differenzierte Haltung, die KI weder in Bausch und Bogen „verteufelt“, noch unkritisch bejubelt.
Die Enzyklika beleuchtet auch Fragen der ökologischen Folgen der zunehmenden Nutzung von KI. In diesem Zusammenhang erregt gerade ein Bericht des UN – Instituts für Wasser, Umwelt und Gesundheit zum Ökologischen Fußabdruck der KI einiges Aufsehen (https://unu.edu/inweh/collection/environmental-cost-of-AIs-Enrgy-Use-Carbon-water-and-land-footprints). Der Bericht kommt zu dem Ergebnis, dass dieser Fußabdruck deutlich größer sei als bisher angenommen, insbesondere, wenn neben dem Stromverbrauch auch weitere Umweltfolgen (Wasserbedarf, Flächenverbrauch, Rohstoffbedarf und Elektroschrott) berücksichtigt werden.
Die teilweise kritische Presseberichterstattung zu den Methoden und zu den Ergebnissen des Berichtes lässt sich vielleicht so zusammenfassen, dass die ökologischen Auswirkungen der KI – Nutzung nicht zu vernachlässigen sind, quantifizierende Aussagen gegenwärtig aber (mangels ausreichender Datengrundlage) äußerst schwierig sind. Und die Relevanz, die der KI in diesem Zusammenhang zukommt, dürfte jedenfalls auf absehbare Zeit deutlich hinter der Relevanz z.B. der Stahlproduktion oder der Chemischen Industrie zurückbleiben.
Über die Frage der individuellen Verantwortung haben wir – etwa in den Nachgesprächen zu unseren Klimagebeten – schon häufiger nachgedacht und uns ausgetauscht. Inwieweit ist es erforderlich – oder jedenfalls von Bedeutung bzw. nützlich -, das eigene Verhalten (im Sinne der Verringerung des individuellen „ökologischen Fußabdrucks“) zu ändern, und dafür auch Einschränkungen hinzunehmen?
Man kann wohl sagen, dass sich die Frage im Zusammenhang mit der KI – Nutzung in besonderes deutlicher Weise stellt, weil hier noch einmal verstärkt gilt, dass der Beitrag der/des Einzelnen geradezu verschwindend gering ist, und die individuelle KI – Nutzung nur dadurch ein relevanter Faktor werden kann, dass es sich um ein Massenphänomen handelt. Bei allen bestehenden Unsicherheiten wird man wohl sagen können, dass der „Fußabdruck“ der einzelnen Anfrage (des einzelnen „prompts“) bei einem KI – chatbot praktisch nicht messbar ist. Nach aktuellen Schätzungen verarbeitet allein ChatGPT weltweit aber rund 2,5 Milliarden Prompts –pro Tag! -; und dies mit einer vermutlich rasant steigenden Tendenz. Angesichts solcher Zahlen scheint die individuelle Verantwortung der/des Einzelnen regelrecht zu „diffundieren“.
Bemerkens- und bedenkenswert scheint mir in diesem Zusammenhang folgende Anmerkung von Papst Leo (im Absatz 212 seiner Enzyklika unter der Zwischenüberschrift „Wir alle können unseren Beitrag leisten“) zu sein:
„An dieser Stelle schleicht sich jedoch eine subtile Versuchung ein: zu denken, dass die Probleme zu groß und wir zu klein sind und dass unsere Entscheidungen daher nichts ändern werden. Es ist eine elegante Form der Kapitulation, die oft als Realismus getarnt ist. Sicherlich haben nicht alle den gleichen Einfluss auf die Wirklichkeit: Es gibt jene, die regieren, die über Investitionen entscheiden, die Institutionen leiten, jene, die forschen, die erziehen, die informieren, die produzieren; und es gibt jene, die anscheinend bloß ihr tägliches Leben führen. Doch niemand ist ohne Verantwortung. Alle verfügen über einen eigenen Handlungsbereich, und genau dort – nirgendwo anders – sind wir aufgerufen, zu entscheiden, ob wir die Logik der Stärke nähren (und sei es nur durch Gleichgültigkeit, Zynismus, Lüge oder Hass) oder die Logik des Friedens hochhalten (mit Wahrheit, Besonnenheit, Nähe und Fürsorge).“
Und zu der Frage, die uns ja auch immer wieder beschäftigt hat und weiter beschäftigt, welche Bedeutung in diesem Zusammenhang dem Gebet zukommt, findet sich in der Enzyklika (Absatz 228) die schöne Formulierung, dass das konkrete persönliche Engagement „vom Gebet genährt“ wird und umgekehrt auch das Gebet „nährt“. Das scheint mir auch eine sehr passende „Formel“ für uns und eine Antwort auf die sich ja auch für uns mmer wieder stellende Frage zu sein, welche Berechtigung Klimagebete haben.
Herzliche Grüße
Michael Börgers
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