26/10/2026 0 Kommentare
Ökumenisches Klimagebet
Ökumenisches Klimagebet

Regelmäßig lädt die Ökumenische Initiative Lichterfelde-West zu Klimagebeten ein. Sie finden abwechselnd remote - also online - statt oder in einer der beteiligten gemeinden.
Dieses Mal findet die Andacht an einem Dienstag statt und in Präsenz.
Hie nun die Einladung von Michael Börgers:
Liebe Mitwirkende und Interessierte an den Ökumenischen Klimagebeten,
herzliche Einladung zum nächsten Klimagebet am Dienstag, den 27.10.2026.
Ich lese, dass Martin Luther drei Regeln für das Theologiestudium aufgestellt habe: Gebet, Meditation (wohl im Sinne der Textmeditation) und „Anfechtung“. Das ist sicherlich nicht „eins zu eins“ auf heutige Verhältnisse, schon gar nicht auf unsere Klimagebete, zu übertragen. Aber es kann vielleicht doch als Anregung, als Denkanstoß hilfreich sein.
Besonders faszinierend finde ich dabei den Gedanken, „Anfechtung“ (schönes, scheinbar aus der Zeit gefallenes Wort) gleichrangig neben „Gebet“ und „Meditation“ zu stellen.
Bezogen auf unsere Situation heute kann man Anfechtung vielleicht verstehen als Konfrontation des Glaubens mit der ungeschönten Realität, die jeden unserer Glaubenssätze über einen allmächtigen, gütigen und barmherzigen Schöpfergott fundamental in Zweifel ziehen kann. (Es wäre seltsam, wenn sich dieser Zweifel nicht einstellen würde.) Worin die Anfechtung heute konkret besteht, brauche ich hier nicht weiter auszuführen. Jeder Blick in eine seriöse Tageszeitung oder ein entsprechendes Nachrichtenportal genügt. Und immer mehr Anzeichen erkennen wir auch mit eigenen Augen, wenn wir sie nicht fest verschlossen halten,
Es ist notwendig, dass wir uns dieser Realität weiter aussetzen und nicht in Realitätsflucht ausweichen – aber natürlich nicht, um in einen heillosen Zynismus und Nihilismus abzugleiten. Dafür beten und meditieren wir – bemühen uns jedenfalls darum: Dass wir die Hoffnung nicht aufgeben.
Aber es geht nicht um billige, vorschnelle Vertröstung. Sich anfechten lassen ist wichtig, damit wir es uns mit der Hoffnung und mit dem Glauben nicht allzu einfach machen. Sonst droht die Hoffnung zu einer leichtfertigen und oberflächlichen Behauptung zu verkommen, dass angeblich noch immer „alles gut gegangen“ sei – was ja ganz einfach auch bezogen auf die Vergangenheit nicht den Tatsachen entspricht.
Herzliche Grüße
Michael Börgers
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