"Nicht verzagen, weiter wagen": Anne Fränkle

"Nicht verzagen, weiter wagen": Anne Fränkle

"Nicht verzagen, weiter wagen": Anne Fränkle

# Senioren

"Nicht verzagen, weiter wagen": Anne Fränkle

Anne lädt nicht nur ein zum Seniorenkreis, sie IST der Seniorenkreis! Und so vieles mehr, unter anderem Redakteurin unseres Gemeindebriefes. Hier interpretiert sie in der jüngsten Ausgabe das Thema Scheitern und Weitermachen aus der Perspektive von Älteren und Alten - was ja bekanntlich nichts für Feiglinge ist! Festhalten - und los:

Also, eigentlich mag ich ja diese Sprücheklopferei nicht. Aber man kann so wunder- bar mit ihnen heiter-ernste Situationen auf den Punkt bringen. Zum Beispiel mit diesem Spruch hier: „Lieber stolpern und weiter wagen, als stehen bleiben und Wurzeln schlagen!“ Oder diesen – von mir etwas abgewandelten: „Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weiter wagen!“ 

Genauso haben wir es als Kinder beim Laufen lernen doch gemacht: Wir sind  hundert Mal hingefallen und hundert Mal wieder aufgestanden, bis es endlich geklappt hat. Wieso haben wir eigentlich diese fabelhafte Fähigkeit nicht unser Leben lang beibehalten? Warum sind uns Geduld und Ausdauer beim Älterwerden so peu á peu verlorengegangen? Dabei waren sie doch noch nie so wertvoll wie heute! Im digitalen Alltag können wir Geduld und Ausdauer doch gut gebrauchen. 

Vint Cerf, Jahrgang 1943, er gilt mit anderen zusammen als „der Vater des Internets“, will uns aufbauen und hat folgenden Spruch dazu losgelassen: „Manche Leute glauben, dass ältere Menschen nicht wissen, wie man das Internet benutzt. Meine direkte Antwort: Ich habe eine Neuigkeit für euch – wir haben es erfunden.“ Also, wir – die ältere Generation – hat maßgeblich die Grundlagen für das digitale Zeitalter erst geschaffen. Na bitte, ohne unsere Generation würde es gar keine Computer geben. 

Apropos Computer: Als Kinder haben wir doch die Fähigkeit des „Nicht-so-schnell-Aufgebens“ hervorragend beherrscht. Die kann uns doch nicht verlorengegangen sein. Die schlummert bestimmt im Energiesparmodus weiterhin in uns. Wir sollten sie vielleicht einfach ab und zu mal wieder aktivieren. Wie? Vielleicht so: Beim nächsten „Scheitern“ schalten wir unseren mentalen Computer ein, gehen auf „Einstellungen“, „Geduld und Ausdauer“ suchen, anklicken  und die Taste „Nicht verzagen-weiter wagen“ gedrückt halten. Das müsste eigentlich klappen! Aber bitte nicht übertreiben, alles immer schön altersgerecht anwenden. Astrid Lindgrens gut gemeinter Rat „Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar“ fällt unter die Rubrik „Das war einmal“ und damit für uns aus.

Viel besser passt auf uns Theodor Fontanes Spruch „Die Flinte ins Korn zu schmeißen, dazu ist immer noch Zeit.“ Oh ja, die Autorin weiß wohl, wovon sie spricht. Deswegen wagt sie es auch, sich hier im vertrauten Kreis zu outen. Vorweg: Grundsächlich geht ihr das Schreiben leicht von der Hand und bereitet ihr auch riesige Freude. Trotzdem bleibt es immer auch eine große Herausforderung  – besonders im Kampf mit der „inneren Kritikerin“.

Die verehrte Leserschaft bekommt stets das fix und fertige „Text-Baby“ von ihr  präsentiert – die Geburtswehen vorher sind dann schon längst vergessen. Vergessen sind: Die vielen Manuskripte, die im „Papierkorb“ gelandet sind, die vielen Texte, die sie im Kopf hatte, aber nicht aufs Papier gebracht hat, vergessen ist auch, wie oft sie sich hierbei ihre kurzen Haare gerauft hat und …vergessen ist auch, wie oft sie ihre Ideen-Sucherei als gescheitert angesehen hat. Sagt selbst, es wäre doch eine Schande gewesen, wenn sie beim Thema „Scheitern“ gescheitert wäre. 

Jedenfalls rappelte sie sich auf und sagte zu sich: „Nur-nicht-verzagen – weiter wagen“. Text A ist zwar gescheitert, doch zum großen Glück hat das Alphabet ja noch 25 weitere Buchstaben. Humor ist, wenn man trotzdem schreibt und Humor ist auch der beste Weg, um den Kopf frei zubekommen. Er erleichtert beim vermeintlichen Scheitern ungemein das Weitermachen.  

Fazit: „Es gibt nur zwei Dinge, die du falsch machen kannst: aufhören oder gar nicht erst anfangen!“ Die Autorin findet, dass das ein super Schluss für ihren Text ist und …eine gute Überleitung zum nachdenklicheren Abschluss unserer Plauderei. 

Wir gehen nämlich jetzt zusammen in den (Mit)Passionsmonat März und in den himmlisch-schönen Auferstehungsmonat April. 

„Mit Gefühl! Sieben Wochen ohne Härte“, so lautet das Motto der Fasten-Passions- zeit vom 18. Februar bis zum 04. April 2026. Statt Härte, die gerade uns „Oldies“ im Alltag oft begegnet, sollen wir ALLE mitfühlender miteinander umgehen und uns um Freundlichkeit bemühen. Wunderbare Vorstellung, wenn das klappen sollte. Oder ist es doch eher zum Scheitern verurteilt, weil wir Menschen nun mal so sind wie wir sind? „Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach“, hat Jesus kurz vor seiner Verhaftung zu seinen Jüngern im Garten Gethsemane gesagt, als diese trotz Ermahnung einschliefen. 

Wir Christen wissen alle, dass Scheitern an jedem Tag leider dazugehört. Aber…Gott-sei-Dank hat unser aller „Scheitern“ nicht mehr das letzte Wort.
Jesus hat es für uns durchlebt und ihm die Macht genommen. Danken wir es IHM auch mit unserer Zuversicht und dem „Nicht-verzagen-weiter-wagen“ in unserem Leben. 

„Ach bleib mit deiner Treue
bei uns, mein Herr und Gott;
Beständigkeit verleihe, hilf uns aus aller Not“
(Evangelisches Gesangbuch 347)

In diesem Sinne grüße ich Sie/euch alle herzlich mit dem Ostergruß „Der Herr ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden" und wünsche uns allen eine nachdenkliche Passionszeit und eine fröhliche und gesegnete Osterzeit!

Und nicht unser Paulusmotto vergessen: „Paulus-Vielfalt leben!“ Kommt rein und findet es selbst heraus!
Herzlich Willkommen.
Gott befohlen Ihre/eure Anne Fränkle

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