08/10/2026 0 Kommentare
Jüdisches Leben in der Schloßstraße
Jüdisches Leben in der Schloßstraße
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Jüdisches Leben in der Schloßstraße
Mit acht kurzen Biographien und einer Übersicht von 40 Wirtschaftsbetrieben erzählt eine Ausstellung in der Ingeborg-Drewitz-Bibliothek von Glanz und Reichtum sowie der radikalen Vernichtung jüdischen Lebens in der Schloßstraße.
Die Ausstellung läuft noch bis 14. November 2026.
Hier zum Rahmenprogramm
Konzipiert von Sabine Davids, Dr. Dirk von der Heide und Barbara Wittkopf.
Die Schloßstraße entwickelte sich ab Ende des 19. Jahrhunderts in rasantem Tempo zur Einkaufsmeile. Die Eisenbahnverbindung zwischen Potsdam und Berlin mit Halt in der Albrechtstraße und die vor 1900 verkehrenden Straßenbahnen machten die Landgemeinde Steglitz attraktiv. Niedrige Grundstückspreise und Mieten lockten viele Geschäftsleute in die Steglitzer Hauptverkehrsstraße.
Jüdisches Leben hatte einen großen Anteil an dieser wirtschaftlichen Entwicklung und am Glanz und Reichtum der Schloßstraße. Jüdische Kaufleute betrieben zahlreiche spezialisierte Einzelhandelsgeschäfte, Handwerksbetriebe und größere Warenhäuser. In den zwischen 1900 und 1910 entstandenen Wohn- und Geschäftsgebäuden lebten und arbeiteten jüdische Menschen in Bäckereien, Zigarrenläden und Konfektionsgeschäften, als Rechtsanwälte, Ärzte und Musiker.
Die Ausstellung erinnert mit acht kurzen Biographien und einer Übersicht von 40 Wirtschaftsbetrieben an diese Vielfalt und zeigt die radikale Vernichtung jüdischen Lebens nach dem Machtantritt der Nationalsozialisten 1933. In nur wenigen Jahren wurden alle jüdischen Gewerbetreibenden zur Geschäftsaufgabe gezwungen, jüdische Bewohner:innen vertrieben oder deportiert. Heute erinnern nur einige Stolpersteine und eine unauffällige Gedenktafel an das einst vitale jüdische Leben.
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