"Da weinte Jesus.": Zum Monatsspruch März

"Da weinte Jesus.": Zum Monatsspruch März

"Da weinte Jesus.": Zum Monatsspruch März

# Andachten

"Da weinte Jesus.": Zum Monatsspruch März

Wie plötzlich kann einen die Trauer überwältigen, wenn ein geliebter Mensch nicht mehr da ist. Auf die Wellen, mit denen Trauer kommt und geht, kann man sich nicht vorbereiten.  

Unmöglich den Moment vorher zu berechnen, wann plötzlich die Trauer im Herzen groß wird. Manchmal reicht ein Lied im Radio oder ein besonderes Licht, das durch die Wolken bricht, oder ein Ort, an dem der andere gerne war. Und plötzlich schießen einem die Tränen in die Augen. 

Auch Jesus hat das erlebt! 

Denn Lazarus war gestorben. Und das Johannes-Evangelium betont: Jesus hatte Lazarus und dessen beiden Schwestern Maria und Marta besonders lieb. Und dann passiert es. Jesus kommt zu den trauernden Schwestern. Und als sie ihm das Grab zeigen wollen, in dem der Bruder bereits seit einigen Tagen liegt, beginnt auch Jesus zu weinen. „Da weinte Jesus” (Joh. 11,35) - Wochenspruch für den Monat März. 

Dass Jesus weint, wird im Neuen Testament nicht oft beschrieben. Es gibt lediglich eine weitere Stelle in den Evangelien. Und hier kommen Jesus nicht die Tränen wegen eines Menschen, sondern wegen der Stadt Jerusalem, deren unfriedliches Schicksal er bereits voraussieht. (Lk 19,41ff.).  

Aber die Trauer um seinen Freund Lazarus ist besonders. Sie ist bemerkenswert, denn eigentlich hatte Jesus zu diesem Zeitpunkt schon längst den Plan, Lazarus aus dem Totenreich herauszuholen. „Dein Bruder wird auferstehen!”, so hatte er zu dessen Schwester Marta gesagt und bekräftigt: „Ich selbst bin die Auferstehung und das Leben!”

Tatsächlich wird Jesus wenig später den Lazarus aus seinem Grab herausrufen. Er wird ihn auferwecken von den Toten! Aber Tränen vergießt er trotzdem um ihn. Weil auch ihn die Welle der Trauer einfach überkommt. 

Die Geschichte von Lazarus und Jesus umfasst somit beides: Sie kennt tiefste Trauer und zugleich die Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod. Sie kennt die Gefühle des Karfreitags, wenn es nur noch Sackgassen im Herzen gibt. Und sie kennt zugleich auch den Vorgeschmack von Ostern. Denn am Ende wird Jesus am Grab des Lazarus den Befehl geben: „Nehmt den Stein weg!” 

Und nur wenige Zeit später wird auch der Stein vor dem Grabe Jesu weggewälzt sein – am Ostermorgen. 

Ihr Björn-Christoph Sellin-Reschke

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