Café Handgestrickt: Elefanten für Balaklija

Café Handgestrickt: Elefanten für Balaklija

Café Handgestrickt: Elefanten für Balaklija

# Solidarität mit der Ukraine

Café Handgestrickt: Elefanten für Balaklija

Olga Pischel vom Vorstand der Städtepartnerschaft Steglitz-Zehlendorf war vor kurzem erneut in der Ukraine, um mit den Projektpartnern vor Ort über die Situation zu beraten. Sie erlebte eine der schlimmsten Bombenangriffe auf Charkiw.

Mit diesen Eindrücken war sie nun bei Paulus im Café Handgestrickt, um die vielen gestrickten Kinderkleider, Mützen und Jäckchen, aber auch Schafsfell-Decken und Babyausstattungen – alles nur möglich durch die Spenden, die uns Gottseidank auch weiter erreichen! - abzuholen und auf den Weg zur „Suppenküche“ in Charkiw zu bringen. 

Sehr still wurde es, als sie aus einem neuen Brief von „unserer“ Iryna über eben diese Nacht Anfang Juni vorlas, Musiklehrerin im Ort Balaklija im Süden von Charkiw. Hier ein Ausschnitt:

„... Ja, diese Nacht war sehr schwierig. Nach dem ersten Einschlag brannte ein mehrstöckiges Gebäude in der Stadt, und die Menschen kletterten aus den Fenstern. Unser Haus wurde nicht beschädigt, aber die Drohnen kreisten lange über uns, was sehr beängstigend war. Ich wohne im dritten Stock und bin normalerweise bei Alarmen im Hausflur, aber diese Nacht musste ich ins Erdgeschoss gehen. Ich bin zweimal umgekehrt, weil die Explosionen ständig über das Haus knallten. Als ich es endlich nach unten schaffte, waren bereits etwa zehn Nachbarn da, sogar ein kleines Kind. Alle beteten. Die Explosionen hörten fast ununterbrochen nicht auf. Ich habe mit Kollegen geschrieben. Auch in der Nähe des Hauses unserer Direktorin gab es Explosionen. Zum Glück antwortete sie: „Alles in Ordnung, wir leben noch.“ Zuerst hielt ich durch. Als die Explosionen über uns flogen, hielt ich mir einfach die Ohren zu, weil es so laut war. Aber dann begannen die Eltern meiner Schüler mir zu schreiben. Sie fragten, wie es mir ginge, und sprachen über ihre Kinder. Fast alle meine Schüler sind Erstklässler, erst sechs bis acht Jahre alt. Jemand schrieb, dass sogar die Kätzchen große Angst hatten. Da konnte ich mich nicht mehr beherrschen und brach in Tränen aus...“

Was tun? Können wir aus der Ferne überhaupt etwas tun für diese Kinder, für ihre tapferen Lehrerinnen und Lehrer? So kreisten die Gedanken in der Gruppe. Vielleicht gibt es ein Zeichen, eine Geste, die für den Augenblick hilft? 

Iryna selbst hat uns dann bestätigt: „Ja, schickt mir diese wunderschönen kleinen Spielzeug-Elefanten und Schildkröten und die kleinen Perlen-Engel – die werden wir an die Schülerinnen und Schüler verteilen und von Euch grüßen – als Zeichen, dass wir nicht allein sind und Ihr an uns denkt!“

Danke an alle Spenderinnen und Spender von Paulus und anderswo! 
Dank auch an Olga Pischel! Und dank an die kreativen fleißigen Hände und Seelen im Café Handgestrickt.

Paulus Lichterfelde IBAN: DE52 5206 0410 1403 9663 99
Kontoinhaber: Ev. Kirchenkreisverband Berlin Süd-West
Bank: Evangelische Bank eG
Verwendungszweck: Hilfe für Charkiw, Café Handgestrickt

Auszug aus dem Brief von Iryna R., Anfang Juni 2026 – ukrainisch:
Уривок з листа Ірини Р., початок червня 2026 року:

Пані Ольго, дякую Вам за турботу  Так, ця ніч була дуже важкою. У місті після влучання горів багатоповерховий будинок, люди вибиралися через вікна. Наш будинок не постраждав, але шахеди довго кружляли над нами, тому було дуже страшно. Я живу на третьому поверсі й зазвичай під час тривог перебуваю в нашому спільному коридорі, але цієї ночі довелося спускатися на перший поверх. Двічі поверталася назад, бо шахеди постійно літали над будинком. Коли мені все ж вдалося спуститися, там уже було близько десяти сусідів, навіть маленька дитина. Усі читали молитву. Вибухи лунали майже безперервно. Я переписувалася з колегами. Неподалік від будинку нашої директорки теж були вибухи. На щастя, вона відповіла: «Нормально, живі». Спочатку я трималася. Коли шахеди літали над нами, просто закривала вуха руками, бо було дуже гучно. Але потім почали писати батьки моїх учнів. Вони запитували, як я, розповідали про своїх діток. У мене майже всі учні — першокласники, їм лише 6–8 років. Хтось написав, що навіть кошенята були дуже налякані. Тоді я вже не стрималася і розплакалася. ..

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